Yacht-Club Lister bei der Landesjüngstenmeisterschaft im Optimisten

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Die pinta Opti-Trophy ist die nordrheinwestfälische Landesjüngstenmeisterschaft im Optimisten. Da sich im holländischen Medemblik deutlich bessere Bedingungen finden als an den Seen NRWs findet die Meisterschaft dort statt.

Für die Kinder gab es bereits am Freitag die Möglichkeit, an einem Vortraining teilzunehmen, um das Gewässer und die Windbedingungen kennenzulernen. Sehr gerne folgten die 8- bis 14-jährigen dieser Aufforderung – gab es doch dafür einen Tag schulfrei.

Was auf dem Papier verlockend klingt, ist in Wirklichkeit jedoch harte Arbeit. Ausschlafen konnte wohl keines der Kinder, das Training begann bereits um 10 Uhr, vorher musste jeder sein Boot aufbauen und trimmen und der Trainer hatte auch noch ein paar vorbereitende Worte für die Kinder bereit.

Gut gelaunt und bei schönstem Sonnenschein bestritten die Kinder den Tag, Videoanalysen und Manövertraining inklusive. Trotz der frühen Aufstehzeit war es doch etwas anderes als im Klassenzimmer zu sitzen und Vokabeln oder Matheformeln zu pauken.

Entsprechend gerüstet gingen die Segler am Samstag an den Start, motiviert bis in die Haarspitzen. Die Regattatruppe vom Yacht-Club Lister (YCL) wurde um ein Kind aus dem Yacht- und Ruderclub Attendorn (YRCA) ergänzt. Die Mannschaft aus Carolin Schröder, Isabel Mathea, Leonard Melsheimer, Finn Bickert (alle YCL) und Roman Damm (YRCA) ist während der Saison hervorragend zusammen gewachsen, was insbesondere die gute Trainingsarbeit von Olaf Reckers und Jens Kleinke ausmachte.

Nach der Steuermannsbesprechung um 10:30 Uhr gingen 99 Segler ins Wasser. Für die Zuschauer stellte sich dies als perfekte Choreographie dar: Boot slippen (mit einem kleinen Wagen ins Wasser schieben), ein kleiner Schubser, schnell einsteigen, Pinne und Schwert klar machen und los geht’s mit dem Segeln. Auf einer Breite von ca. 20 m gab es keine Zusammenstöße, das Schauspiel war nach 15 Minuten vorbei. Die Kinder wussten genau, was sie taten.

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Gestartet wurde in den Leistungsklassen Opti A (31 Starter) und Opti B (68 Starter). Der zu segelnde Kurs war je Klasse unterschiedlich, so dass es möglich war, beide Klassen mit leicht versetztem Start gleichzeitig zu segeln.

Der erste Regattatag zeichnete sich zunächst durch moderaten Wind aus, der im Laufe des Nachmittags ein bisschen zunahm. Ca. 2 Seemeilen (ca. 3,6 km) vor dem Regattazentrum in Medemblik sollte es ein langer und anstrengender Tag für die Kinder werden. Sie fuhren drei Wettfahrten und waren knapp sieben Stunden auf dem Wasser. Verpflegung wurde ihnen zwischen den Wettfahrten durch die Trainer gereicht. Das sauerländer Team war mit den Platzierungen des ersten Wettkampftages zufrieden.

Es war für alle die erste Landesmeisterschaft. Übernachtet wurde auf den Plätzen 17 (Leonard), 22 (Isabel), 38 (Finn), 40 (Roman) und 64 (Carolin). Am nächsten Morgen klingelte der Wecker wieder um 7:00 Uhr. Boote wurden segelfertig gemacht und diesmal für die sonntäglichen Windverhältnisse getrimmt. Laut Ankündigung sollte es etwas weniger Wind geben. Trainer und Betreuer gaben letzte Anweisungen, die Eltern packten den Kindern ihre „Henkelmänner“ und um halb 10 ging das Boote-wassern-Ballett von neuem los. Für 11 Uhr war der erste Start angesetzt und die 2 Seemeilen bis zur Startlinie musste man vorher noch hinter sich bringen. Wenn man dabei bedenkt, wie klein die Ju?ngstensegeljolle Optimist ist, ist das schon eine ordentliche Strecke.

Leonard Melsheimer, erfolgreichster Segler vom Biggesee in der Opti-B-Klasse.

Leonard Melsheimer, erfolgreichster Segler vom Biggesee in der Opti-B-Klasse.

Auch am Sonntag wurden drei Läufe gesegelt. Für die Kinder war es wieder ein langer Tag auf dem Wasser. Da sie relativ weit vom Ufer entfernt segelten beschränkte sich das Zuschauen auf das immerwährende hin und her laufen zwischen Wohnmobil und Regattabüro, um nachzusehen, ob schon Ergebnisse aushängen. Den Eltern blieb nichts anderes übrig, als zu warten bis die Kinder zurück zum Hafen kommen. Dies geschah dann endlich am Nachmittag. Nun wurden ebenso schnell wie ins Wasser die Boote aus dem Wasser geholt und verpackt, auf die Trailer geladen und festgezurrt. Bis zur Siegerehrung war alles fertig.

Die Regatta-Gruppe vom Biggesee freute sich über die Teilnahme an einer beeindruckenden großen Veranstaltung mit hervorragenden Seglern bei sonnigem Herbstwetter. Es hätte zwar ein bisschen mehr Wind sein dürfen, zum Schluss waren aber alle zufrieden mit den Ergebnissen. Besonders erwähnenswert ist hier der 19. Platz von Leonard Melsheimer, der gerade mal seit einem Jahr segelt und bereits in einem hochkarätigen Teilnehmerfeld von 68 Kindern gut im vorderen Drittel landete. Isabel Mathea beendete die Regatta auf Platz 27, Roman Damm auf Platz 37, Finn Bickert auf Platz 45 und Carolin Schröder auf Platz 67.

Bemerkenswert ist abgesehen von der Platzierung die grundsätzliche Leistung der Kinder. Wenn man bedenkt, wie klein die Optimisten-Jolle ist, wie weit damit die Strecke von 2 Seemeilen wirkt, wie winzig sie sich gegenüber Fahrtenyachten ausmacht, kann man vor dieser Leistung nur den Hut ziehen!

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Die Regattamannschaft vom Biggesee
(v.l.n.r.): Roman Damm, Leonard Melsheimer, Finn Bickert, Jens Kleinke, Isabel Mathea, Carolin Schröder

Hintergrundinformation:

  • Steuermannsbesprechung: In dieser Besprechung bekommen die Segler alle Informationen zur Regatta. Das beinhaltet z.B. den ausgelegten Kurs und die Seite auf der die Tonnen zu umrunden sind. Auch alle weiteren Regeln, die das Verhalten auf dem Wasser betreffen, werden von der Regattaleitung an die Teilnehmer weiter gegeben.

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